Miersdorf und seine Gasstätten


Gaststätten, Gasthöfe gibt es wohl in jedem Ort. In ihnen spielte sich früher ein Großteil des gesellschaftlichen Leben eines Ortes ab. Gleichwohl fanden hier Familienfeiern, Tanz- und Sportveranstaltungen sowie Ausstellungen statt. Vereine trafen sich zu Ihren Vereinsabenden und die Dörfler zum Würfel- und Skatspiel. Oder man traf sich einfach nur zum Klatsch und Tratsch sowie zum Genuss eines frisch gezapften Bieres.
Ja auch ich denke mit Wehmut an diese vielen schönen Abende in den verschiedenen Häusern zurück. Wird doch in der heutigen Zeit nur noch gegessen und dann geht man wieder nach Hause und jeder seine eigenen Wege. SCHADE eigentlich!!
Auch Miersdorf hat und hatte hier einiges zu bieten. Als diese wären:
- Restaurant-Gaststätte:
"Zur Mühle", "Dorfkrug Miersdorf", "Fährhaus","Segler Schloss",
"Siedlerheim", "Seeterrassen," "Waldidyll" "Cafe Langner" und "Haus Rheinau"

Leider sind zum heutigen Zeitpunkt nur zwei davon übrig geblieben, so die Mühle und die Seeterassen.
Die anderen werden entweder anders genutzt oder wurden für Neubauten abgerissen. So geschehen mit Haus Rheinau, das Fährhaus und der Dorfkrug Miersdorf

Gaststätte "Zur Mühle"
heute das Griechische Restaurant "Akropolis"
Die wohl bekannteste Gaststätte in Miersdorf - "zur Mühle".
Mit dem Einzug des heutigem Betreibers, heist diese nun Akropolis. Naja.
Akropolis heist übersetzt aus dem griechischem "Zitadelle", alte Mühle dagegen "Palia Mylos". Wäre doch auch gegangen - oder?
Aber nun doch etwas geschichtliches und zum Namen. Den Namen hat sie wohl von der alten Bockwindmühle, diese stand auf dem Hügel östlich der Straße in Richtung Hoherlehme (Wildau). Denn wie fast jeder Ort, hatte auch Mierdorf seine Windmühle um das geerntete Korn zu Mehl zu verarbeiten. Erstmals wurde diese im Landbuch von 1375 erwähnt. Die Wohn- und Stallgebäude des Müllers befanden sich in der Dorfstraße. Die Mühle war nie besonders Ertragreich. 1921 wurde die Mühle vom letzten Mühlenmeister Köppen an die Bayrische Filmgesellschaft "Fett und Wiesel" verkauft. Damit war das Schicksal der Mühle besiegelt. Zur Herstellung eines Stummfilmes "Der Schrecken der roten Mühle" ging sie in Flammen auf und war damit verloren.
Zu DDR-Zeiten "HOG zur Mühle". Ja auch meine Sturm-und Drangzeit. Die Mühle habe ich regelmäßig besucht. Zu Skaat- und Würfelabenden. Samstags war immer Disco für die Jugend oder Tanzfür die etwas Älteren. Vereine gaben sich ihr Stelldichein.So denke ich an die Miersdorfer Angler, die Fussballer oder den Siedlern- und Kleintierzüchterverein.
Auch eine Kegelbahn war am Wochenende oft aufgebaut. Also es war immer was los. Ich denke alte Miersdorfer können sich noch gut daran erinnern.
Ich habe als Jugendlicher hier gelegentlich auch gearbeitet. Mitunter in der Woche Dienstag bis Freitags gekellnert, sowie zu Discoveranstaltungen. Das hat das Taschengeld gut aufgefüllt. Neben dem Eingang zum Saal stand noch ein Kiosk, aus diesem wurden Getränke in Flaschen am Wochenende verkauft.
Nach der Wende wurde es dann Turbolent, erst ein Italiener, na aber wenigstens "Vecchio Mulino" (alte Mühle). Mehrfach wechselten dann die Betreiber mit verschiedenen Konzepten. Nicht allen war Erfofg beschieden. Nun seit ein paar Jahren Griechisch! Es ist aber wieder Ruhe eingekehrt und der Betreiber hat viel Investiert und giebt sich viel Mühe. Der Erfolg und volles Haus geben ihm wohl recht und wir hoffen, das er uns noch lange erhalten bleibt.
Postkarte
gel.02.11.1908
Postkarte
gel.14.04.1914
mit Mühle
Ausschnitt aus einer
Postkarte, gel.07.07.1940
Zwei alte Fotos der Miersdorfer Mühle
Vecchio Mulino
in den 1990ziger Jahren
Januar 2010
Alte Mühle
Deutsche Küche

Gaststätte Seeterassen
heute Leutloff's Wirtshaus am See
Klein aber fein und das zweite Restaurant von Miersdorf was heute noch als solches genutzt wird.
Gute deutsche Küche.
Die Gaststätte wurde in den frühen 1930ziger Jahren gebaut. In den 1970ziger als "Clubhaus am Miersdorfer See" von der Familie Fleischer betrieben war es auch von uns jungen Leuten eine häufig besuchte Gaststätte. In den 80ziger Jahren wurde daraus dann der "Club der Volkssolidarität" und diente der Versorgung der Miersdorfer Rentner.
In den 1990ziger Jahren Erwarb der Gastwirt Leutloff das Objekt und betreibt es seit dem als Restaurant und Pension.
Die Seeterassen
in der 1930siger Jahren
Ein Teil des Gastraumes
auf einer alten Postkarte
Das Gasthaus mit riesigem Biergarten
von der Miersdorfer Seeseite

Das Restaurant Waldidyll


Zu DDR-Zeiten den alten Miersdorfern und Zeuthenern wohl mehr bekannt als "Würzburg". Warum kann ich nicht sagen. Wir waren als Jugendliche hier gelegentlich zum Billiard spielen.
Anfang der 1990ziger wieder als Waldidyll, bald zog aber ein Italiener in das Haus Einzug. Im Coline del Chianti verwöhnte uns der Wirt Periono und seine Familie mit leckeren Italienischen Speisen und Getränken. Hier kehrten wir so maches mal ein besonders im Sommer auf der Terasse. Viele werden sich auch noch an die Silvesterpartys erinnern. In den 2010ner Jahren war dann auf einmal vollkommen ohne Ankündigung Schluss. Das Restaurant war zu!
Danach wurde das Haus vom Eigentümer umgebaut und wird heute als Wohnhaus genutzt.
eine alte Postkarte von 1929,
da hieß es noch Waldschänke
Anfang der 1990ziger
wieder als Waldidyll
Aus dem Waldidyll wurde Ende der 1990ziger das "Trattoria del Chianti" Ein schönes Foto der Inneneinrichtung

Das Siedlerheim


Das Siedlerheim befindet sich in der Hoherlehmer Straße - Ecke Ostpromenade.
Heute wird es als Wohnhaus genutzt.
seine Geschichte beginnt Ende der 1920ziger Anfang 19030 mit der Erschließung des Wohngebietes.Das Siedlerheim wurde durch die Familie Bodendick betrieben.
Irrgendwann in den Jahren zwischen 1950 und 1965 wurde daraus ein privates Lebensmittelgeschäft, betrieben von der Familie Anders aus Kiekebusch/Rotberg.So kenne ich es noch und war dort oft einkaufen. Nach der Wende wandelte die Familie Anders das Haus wieder in ein Gasthaus um. Es Entstand das Hotel-Pension zur Aussicht. Aus alters und gesundheitlichen Gründen verkaufe die Familie Anders das Haus in den 2000seder Jahren. Der neue Eigentümer baute es zum Wohnhaus um.
Ansicht des Siedlerheimes
auf einer Postkarte ca 1935
Die Wirtsleute am Treesen. Der Gastraum

Das Seglerschloss


Es befindet sich in der Platanenallee auf der ehemaligen Hanlels Ablage am Zeuthener See.
Das Gebäude und Grundstück gehört heute DESY - Deutsches Elektronen-Synchrotron. Ein Forschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft.
Eine alte Postkarte von 1902 Nicht viel jünger diese Postkarte w w w

Gasthof/Dorfkrug "Miersdorf"

von Friedrich Krüger
Der Dorfkrug im Zentrum des Dorfes, neben der Kirche. Leider ist von ihm zur Zeit nur eine Baugrube zu sehen. 2019 wurde der alte Gasthof einschließlich aller Nebengebäude abgerissen um Platz für neues zu schaffen. Zur Zeit stockt es jedoch mit den Arbeiten.
Zu meiner Schulzeit in Miersdorf, war in dem Gebäude die Schulküche und der Speiseraum untergebracht. Der Saal der Gaststätte war zur Turnhalle für die Miersdorfer Schule umgebaut und in der kalten Jahreszeit fand hier der Schulsport statt.
Nach der Wende wurde das Gebäude verkauft und privat als Wohnhaus genutzt. Im alten Saal zog eine Zimmerer Firma ein. Ein weiterer Eientümerwechsel Anfang der 2010er Jahre führte zum Abriss der Gebäude und ein Neubau ist geplant.
Postkarte um 1910 Ansichten auf Postkarten um 1920 Ausschnitt aus einer
Postkarte von 1938
Ausschnitt aus einer
alten Postkarte
die halbe Miersdorfer
Bevölkerung vor dem
Lokal
Ausschnitte aus einer Postkarte von 1900.
Zu sehen ist die Kirche und rechts davon das Gasthaus.
Auf der Abbildung daneben sieht man den Anbau vorn.
Noch vollkommen anders als auf den späteren Abbildungen oben.
Der große vordere Anbau muss also
zwischen 1900 und 1911 erfolgt sein.
Daher auch das eigenwillige Aussehen mit dem neuen Vorbau.
Vorder- und Rückseite des Objektes im Januar 2010
noch als privat genuztes Wohnhaus
kurz vorm Abriss 2019
der hintere Teil ist schon weg!

Foto: Erik Lehmann, Zeuthen, mit freundlicher Genemigung

Haus Rheinau


Leider eines der Objekte die es Heute nicht mehr gibt.
Es befand sich in der Fontaneallee 17.
Ich kenne es seit Ende der 1960ziger Jahre. Damals war es noch ein richtiges Ausflugslokal. Wunderschön an der Dahme gelegen an dessem Steg die Ausflugsdamper anhielten. Im Sommer spielten Kapellen Unterhaltungsmusik im Biergarten. Es war immer viel Betrieb. In meiner späteren jugendlichen Sturm -und Drangzeit haben wir bei der Wirtin so manches Zigeunerschnitzel vertilgt und natürlich auch ein gutes frisch gezapftes Pilsener dazu. In den 2000sender Jahren wurde der Betrieb durch die Tochter weitergeführt. Das Haus war ein beliebter Treffpunkt der Studenten von der Wildauer Fachhochschule. Auch wir haben in den neunziger Jahren unsere Weinachtsfeiern ausgerichtet. Leider war dann am 31.12.2010 Schluss. Der Vater hatte das Grunstück verkauft und der Pachtvertrag lief aus. Der neue Eigentümer lies das alte Gebäde abreisen und baute neue Wohnhäuser auf dem Grundstück.

Cafe Langner


Auch ein Gasthof/Restaurant/Cafe welches für immer verschwunden ist. Es befand sich in der Parkstraße 55-56. Dort stehen heute Wohnhäuser.
Nach der Wende stand es lange leer und verwahrloste zusehens. Ein erster Versuch es unter Einbindung der alten Bausubstans zu nutzen ging schief. So standen über viele Jahre Bauruienen auf den Grundstücken. In den 2010ner Jahren fand sich ein neuer Investor, der die Ruienen abriss und die neuen Wohnhäuser errichtete.
Ich selbst war kaum in diesem Restaurant.
alte Postkarten bzw. Ausschnitte vom Cafe Langner

Restaurant Fährhaus


Das Fährhaus war das einzige Restaurant auf der anderen Seite der Dahme in Miersdorf-Werder. Zu DDR-Zeiten war es ein moderner Zweckbau und Schulungszentrum von "TM". "TM" war ein DDR Außenhandelsbetrieb - Transportmaschinen Export-Import.
Wenn wir zu DDR-Zeiten mal gepflegt Essen wollten, dann ging es mit der Fähre rüber zu TM. Als Schulungszentrum gab es keine festen Öffnungszeiten, so das man auch mal vor verschllossenen Türen stand.
Restaurant und Fähre gibt es heute nicht mehr. Die Zeuthener auf Miersdorf-Werder sind vom Ort abgeschnitten und kommen nur über Niederlehme-Wildau nach Zeuthen.
Restaurant Fährhaus von der
Wasserseite mit großem Bootsschuppen
links der Fähranleger
Der Biergarten auf einer
alten Postkarte

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